Presse/News
24.05.2017, 14:35 Uhr | Wahlkreisbüro, Weiß
Auch bei uns gibt es Antisemitismus
Barbara Woltmann MdB hatte zum 2. Dialog „Religion & Politik“ eingeladen
 Bad Zwischenahn/Oldenburg. Auch in Oldenburg und im Ammerland gibt es ihn: Das Thema Antisemitismus beherrschte den 2. Religionsdialog „Religion und Politik“, zu dem die Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann zum zweiten Mal Vertreter verschiedener Religionen und Institutionen aus ihrem Wahlkreis eingeladen hatte. Aktueller Hintergrund ist die Vorstellung des zweiten Berichts des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus im April in Berlin, bei der die Innenpolitikerin als Berichterstatterin zur Antisemitismusbekämpfung der CDU/CSU-Fraktion dabei war.
 
Im Friedrich-Hempen-Haus in Ofen wurde diskutiert. Foto: S. Weiß
 „Etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland sind latent und offen antisemitisch, das zieht sich durch alle (Alters)Gruppen“, gibt Barbara Woltmann eine erschreckende Erkenntnis aus dem Bericht wieder. „Wie gehen wir als Staat und Gesellschaft mit den neuen und alten Formen des Antisemitismus um? Und wie kann man dem entgegen wirken?“ 
 
Der politische Antisemitismus von Rechts sei mittlerweile der Harmloseste gegenüber dem viel radikaleren von Links, berichtete der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, Jehuda Wältermann. Er werde – wie 80 Prozent der jüdischen Mitbürger in Deutschland - im Alltag immer wieder damit konfrontiert („gib nicht dem Juden den Ball“). Moderner Antisemitismus äußere sich in einer bestimmten Haltung gegenüber Israel. Diese spiegele sich vielfach auch in der medialen Berichterstattung wider.
 
Nach Auskunft der Polizeiinspektion Oldenburg /Ammerland gab es im vergangenen Jahr 67 angezeigte Straftaten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität, davon können bei acht Bezüge zum Antisemitismus hergeleitet werden. Neben Farbschmierereien, Holocaustleugnung und Volksverhetzung im Internet gab es einen beängstigenden Fall im Ammerland, bei dem jugendliche Schüler ein jüdisches Kind übelst beleidigten.
 
Alle Teilnehmer des Fachdialogs sprachen sich dafür aus, durch eine intensive Jugend- und Präventionsarbeit dem Antisemitismus entgegen zu treten und voneinander zu lernen – was in den Gemeinden der anwesenden Religionsvertreter bereits auf vielen Ebenen geschehe. Auch wurde angeregt, dass z.B. bei Kalendergestaltungen neben wichtigen christlichen Feiertagen auch solche anderer Religionen ins Bewusstsein gebracht werden. Insgesamt äußerten sich alle Teilnehmer positiv über einen Austausch mit der Politik, aber auch untereinander, um weitere Vernetzungen herzustellen.
 
„Die Bekämpfung des Antisemitismus wird eine dauerhafte Aufgabe bleiben. Wir müssen sehr viel mehr in Bildung und Aufklärung investieren“, resümiert Barbara Woltmann am Ende des Abends.
 
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