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30.05.2017, 08:21 Uhr | Wahlkreisbüro, Weiß
Apothekensterben verhindern
Barbara Woltmann MdB zum Gesetzesentwurf für ein Verbot des
Berlin/Ammerland/Oldenburg. Hunderte von Zuschriften für ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln erhielt die Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann aus ihrem Wahlkreis. Denn: Ende 2016 hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe angekündigt, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten zu verbieten. Ziel ist es, ein Apothekensterben zu verhindern und die wohnortnahe Versorgung mit Medikamenten sicher zu stellen.

Hintergrund: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im Oktober 2016 entschieden, dass ausländische Versandapotheken aus der EU bei verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht an die deutsche Arzneimittelpreisverordnung gebunden sind. Durch die Möglichkeit der freien Preisgestaltung haben ausländische Versandapotheken seitdem einen klaren Wettbewerbsvorteil, denn sie können Boni und Rabatte gewähren, während die inländischen Apotheken weiterhin an die Festpreise gebunden sind.

Es wird befürchtet, dass dieser Wettbewerbsvorteil dazu führt, dass es einen weiteren Rückgang inländischer Apotheken gibt – insbesondere in dünn besiedelten ländlichen Regionen. Gemäß dem gesetzlichen Arzneimittelversorgungsauftrag müssen Apotheken in Deutschland wichtige aber teure Gemeinwohlaufgaben erfüllen, die ausländische Versandapotheken nicht leisten müssen: Nacht- und Not-dienste einrichten, Fachpersonal in der Beratung einsetzen und ein gesetzlich vor-geschriebenes teures Notfalldepot wie auch Medizin gegen Pandemien vorrätig zu haben. Bereits nach geltendem Preissystem können Apotheken die Herstellung von Rezepturen sowie die Abgabe von Betäubungsmitteln nicht kostendeckend anbieten.
Bei einem Praktikum informierte sich die Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann bei Apothekerin Maria Bründermann in Edewecht über die Aufgaben in einer Apotheke. Foto: Corinna Martens

„Wir Apotheker zahlen hier Steuern, schulen Praktikanten, bilden aus und bieten Arbeitsplätze. Das machen internationale Player wie DocMorris nicht“, argumentiert Maria Bründermann, Apothekerin in Edewecht.
Um ein Apothekensterben in Deutschland zu verhindern, war beabsichtigt, ein generelles Versandverbot für rezeptpflichtige Medikamente einzuführen, wie es das bereits in 21 anderen EU-Mitgliedstaaten gibt. Der Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium ist in der SPD auf großen Widerstand gestoßen und es zeichnet sich ab, dass es in dieser Legislaturperiode keine Einigung geben wird. Während die CDU/CSU an dem geplanten Verbot festhält, sträubt sich die SPD ge-gen eine solche Regelung.


 „Die vorgetragenen Positionen und Argumente sind geblieben, es gibt keine Einigung“, bedauert Barbara Woltmann die Entwicklung. „Ich habe sehr viel Verständnis für die Position der Gegner des Gesetzentwurfes. Aber mir liegt ein flächendeckendes Apothekenangebot auch in unserer Region sehr am Herzen. Es gibt Befürchtungen, dass 10 bis 20 Prozent der Apotheken vor allem im ländlichen Raum nicht überleben können, wenn das Gesetz nicht kommt. Ich möchte nicht, dass es gerade im ländlichen Raum zu einem Apothekensterben kommt und unterstütze daher die Position des Bundesgesundheitsministers.“
 

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